Fashion?!  Was Mode zu Mode macht

Begleitende Vortragsreihe zur Sonderausstellung "Fashion?!" des Landesmuseums Württemberg

Die Große Landesausstellung »Fashion?! Was Mode zu Mode macht«(24.10.20–25.04.21) präsentiert kritisch und zugleich unterhaltsam Themen rund um Modeproduktion, -konsum und Nachhaltigkeit und veranschaulicht die Vielschichtigkeit des Phänomens Mode. Dass Kleidung und »Mode« auch in sakralen Bereich eine starke Ausdruckssprache haben, ist bekannt. Welche Botschaft transportieren Talare, Tuniken, Stolen und Messgewänder? Wie wird Heiligkeit inszeniert?

In einer Reihe mit Podiumsgesprächen wird diesen und anderen Fragen nachgegangen.

 


 

Freitag, 05.02.2021, 18:00 Uhr, Altes Schloss, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart

Like a virgin? Inszenierte Heiligkeit im Klerus und im Lifestyle
Die Veranstaltung wird online über YouTube zu verfolgen sein. Den Link finden Sie sobald wie möglich an dieser Stelle.

Was wir tragen, ist stets auch eine Aussage über unsere Identität. Unübersehbar spielt - historisch und aktuell - die Mode mit Motiven und Symbolen aus der Welt des Religiösen. Umgekehrt haben die Religionen von Anfang an ihren eigenen Kodex und ihre Sprache auch im Bereich der Kleidung entwickelt: Talare, Kutten, Alben und Stolen, aber auch Kollare haben eine Botschaft. Was bringen sie zum Ausdruck?

In ihren wissenschaftlichen Arbeiten zeigt die Wiener Kunst- und Kostümhistorikerin, Modedesignerin und Illustratorin Mag. Dr. Silke Geppert, wie eng das Modesystem mit dem System des Heiligen verwandt ist. Wird hier "Heiligkeit" inszeniert? Ist "sakrale" Kleidung ein unverzichtbarer Ausdruck religiösen Selbstverständnisses in einer Welt, die auch über Symbole und Zeichen kommuniziert? Mit der Referentin diskutieren darüber Prälatin Gabriele Arnold und Pfarrer Werner Laub.

Mit Mag. Dr. Silke Birte Geppert, Univ.-Lektorin für Mode-, Kostüm- und Kunstgeschichte, Universität Mozarteum Salzburg; Gabriele Arnold, Prälatin in Stuttgart; Pfarrer Werner Laub, Pfarrer, Stv. Stadtdekan von Stuttgart

Kostenbeitrag: 7 € / ermäßigt 5 €

Anmeldung erforderlich unter Tel. 0711 / 2068-317; citykirchen-stuttgart@elk-wue.de

 


 

Mittwoch, 03.03.2021, 18:00 Uhr, Altes Schloss, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart

Macht und Äußeres - Mode zwischen Demut, Schönheit und Eitelkeit

Man muss nicht auf gekrönte Häupter schauen, um Kleidung als Mittel zur Inszenierung auszumachen. Mode wird eingesetzt, um die Machtposition sichtbar zu machen, die ihre Träger haben oder die ihnen zugeschrieben wird. Stand und Status, Einfluss und Besitz sind - immer noch - an den Stoffen ablesbar, in die wir uns hüllen, zumindest am "Markenschild".

Business-Kostüm oder -Anzug entfalten trotz bürotauglicher Jeans ihre Wirkung. Das gilt auch für Uniformen und ihre Accessoires und im religiösen Kontext für Priesterkleidung oder die Kleidung von Mitgliedern geistlicher Gemeinschaften.

In welcher Beziehung stehen Macht und Äußeres? Wir wirken sich dabei Opulenz oder Zurückhaltung aus? Welche Rolle spielt die Kleidung von "Kirchenleuten"? Welche Wirkmacht hat dort das "Modest Dress" heute?

Dr. Viola Hofmann setzt Impulse, die wir im Gespräch mit ihr und zwei Mitgliedern von Gemeinschaften unterschiedlicher Traditionen vertiefen: mit dem Dominikaner-Pater Daniel Stadtherr aus Hamburg und einer/m weiteren Gesprächsteilnehmer/in.

Mit Dr. Viola Hofmann, Wissenschaftliche Angestellte am Institut für Kunst und Materielle Kultur, TU Dortmund; Daniel Stadtherr OP, Pastor an St. Sophien, Hamburg; Sr. Inge Kimmerle, Diakonissenmutterhaus Aidlingen

Kostenbeitrag: 7 € / ermäßigt 5 €

Anmeldung erforderlich unter Tel. 0711 / 2068-317; citykirchen-stuttgart@elk-wue.de

 


 

Mittwoch, 24.03.2021, 18:00 – 19:30 Uhr, Altes Schloss, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart

„Krawatte und Leoprint“ - Kolonialismus & Mode

Mode lebt von einem ständigen Wiederholen, Adaptieren und Neu-Interpretieren bekannter Formsujets. Dabei wurden (vermehrt seit dem frühen 20. Jahrhundert) Vorstellungen des “Fremden” in der westlichen Mode etabliert (Beispiele können der Kimono sein, Tuniken, bestimmte Stoffdessins oder tradierte Konzepte von “afrikanischer” oder “indischer” Mode). All dies geht häufig mit unkritisch adaptierten Rassismen einher, die innerhalb des Modesystems noch selten beleuchtet werden. Die Referentinnen zeigen Exotismen und Tropikalismus in der Mode auf, führen in die postkoloniale Kritik in der Mode ein und nehmen das interessante Geflecht zwischen Mode und kolonialen Strukturen in den Blick.

Mit Prof. Dr. Alexandra Karentzos, Leiterin des Arbeitsbereichs Mode & Ästhetik an der Technischen Universität Darmstadt; Dr. Mahret Ifeoma Kupka, Kuratorin am Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt; Dr. Maaike van Rijn, Kuratorin der Großen Landesausstellung „Fashion?!“ am Landesmuseum Württemberg (Moderation)#

Kostenbeitrag: 7 € / ermäßigt 5 €

Tickets im Online-Ticket-Shop (www.landesmuseum-stuttgart.de) und über die Museumskasse erhältlich

 

 


 

Mittwoch, 14.04.2021, 18:00 – 19:30 Uhr, Altes Schloss, Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart

Mode und Geschlechteridentität. Zwischen Konformität und Provokation

Mode ist untrennbar mit Vorstellungen von Körper und Geschlecht verbunden. Spätestens beim Kleiderkauf wird sichtbar, dass Modeproduktion nach wie vor einer binären Geschlechterkonstruktion folgt und dabei definiert, wie sich durch Form, Schnitt und Farbe männliche von weiblicher Mode unterscheidet – und wie Männlichkeit und Weiblichkeit überhaupt aussehen. Ausgeschlossen werden dabei stets all jene Menschen, die sich in keine der beiden Kategorien einordnen.

Als dynamisches System lebt Mode aber auch davon, sich immer wieder neu zu erfinden, Grenzen zu überschreiten und zu provozieren. Darin liegen möglicherweise auch Chancen, bestehende (Geschlechter-)Normalitäten in Frage zu stellen und aufzubrechen.

Im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Maria Weilandt und der Tänzerin und Choreografin Georgina Philp wird anhand unterschiedlicher Beispiele diskutiert, welches queere Potential in Präsentationsformen von Mode, wie zum Beispiel der Modepose oder der Ballroom-Szene, steckt.

Mit Georgina Philp, Tänzerin und Choreographin; Maria Weilandt M.A., Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft, Universität Potsdam; Raffaela Sulzner, Kuratorin der Großen Landesausstellung „Fashion?!“ am Landesmuseum Württemberg (Moderation)

Kostenbeitrag: 7 € / ermäßigt 5 €

Tickets im Online-Ticket-Shop (www.landesmuseum-stuttgart.de) und über die Museumskasse erhältlich

 

 

Weitere Informationen und Veranstaltungen zur Ausstellung finden Sie unter www.landesmuseum-stuttgart.de

KOOPERATION: Landesmuseum Württemberg, Kath. Bildungswerk Stuttgart, Ev. Kirche in der City

Kontakt: citykirchen-stuttgart@elk-wue.de, Tel. 0711 / 2068-317