Vita Contemplativa


vortrag – Stillemeditation – Gespräch in der Hospitalkirche

Das Christentum lebt aus einem jahrtausendealten, reichen Schatz spiritueller Erfahrungen. Die Reihe Vita Contemplativa lädt ein zu einer Begegnung mit bedeutenden Texten, Persönlichkeiten, Erfahrungswegen geistlichen Lebens aus Vergangenheit und Gegenwart.

Jeweils dienstags, 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr (wenn nicht anders angegeben).

MIT: Dr. Karlheinz Bartel, Siegfried Finkbeiner, Regina M. Frieß, Dr. Karin Grau, Dr. Karl Hardecker, Hella Kaupp, Dr. Katrin Köhl, Sven Kosnik, Gertraude Kühnle-Hahn, Dr. Armin Münch, Dr. Günter Renz

KOSTENBEITRAG: entfällt


Dienstag, 07.07.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche

Carl Gustav Jung: »Gerufen oder nicht gerufen, Gott wird da sein« 

Diese Überschrift wählte C.G Jung für sein Leben und sein Sterben. Das Sprichwort stammt aus dem antiken Delphi und drückt aus, dass Gott oder eine transzendente Kraft in allen Lebenslagen vorhanden ist. Als Arzt und wissenschaftlich Forschender sah er darin ein Geheimnis und eine Dynamik der menschlichen Seele – Meister Eckhart verhalf ihm zum Archetypen des Gottesbildes und der Vorstellung, dass Gott in der menschlichen Seele immer neu »geboren« wird – außerdem wollte er die göttliche Trinität durch Maria, die Mutter Jesu, erweitert haben.

Mit Siegfried Finkbeiner

 

Dienstag, 21.07.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche

Kirchenraum und Spiritualität – Wahrnehmungen 

Kirchenräume – welche Wirkungen entfalten sie? Was macht sie besonders? Welche Erfahrungen können sie eröffnen – auch spirituelle? Sind Kirchen »heilige« Orte? Es geht nicht nur um die theoretische Erörterung solcher Fragen. Konzentriertes Sehen und Übung im Erspüren lassen uns sensibel werden für die Schönheit und Faszination ihrer Gestaltung, erschließen das ganz Eigene ihrer Stimmung und Atmosphäre, führen zum Erleben unserer Präsenz.

Mit Reinhard Lambert Auer

 

Dienstag, 15.09.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche

Mensch sein – Religion, Philosophie und Zen

Gemeinhin stecken wir Christentum, Hegel und Zen in drei unterschiedliche Schubladen: Christentum ist Religion, Hegel steht für schwer verständliche Philosophie und Zen ist eine östliche Meditationspraxis. Da die Wirklichkeit, seitdem Menschen über sie nachdenken, aber ein- und dieselbe ist, möchte ich der Frage nachgehen: Gibt es auch Verbindendes in diesen drei – gewiss auch unterschiedlichen – systemischen Annäherungen an die Wirklichkeit? Und wenn ja, worin besteht dieses?

Mit Dr. Karlheinz Bartel

 

Dienstag, 29.09.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche

Paul Celan und der Gott Meister Eckharts

In seinem Spätwerk griff der Lyriker Paul Celan (1920-1970), der dem galizischen Judentum entstammte, Motive der christlichen Mystik auf. Es geht insbesondere um drei Gedichte mit Bezug auf den mittelalterlichen Dominikaner Meister Eckhart: »Treckschutenzeit«, »Du sei wie du« und »Wirk nicht voraus«. Er fand hier eine Theologie des sich entäußernden Gottes, die auch und gerade nach der Shoah glaubwürdig blieb.

Mit Dr. Armin Münch

 

Dienstag, 13.10.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche

Mystik in der Bibel

Die Bibel ist voll von mystischen Gotteserfahrungen. Abraham, Moses, David, Elia, Jesaja – alle hatten sie ihre eigenen Visionen von Gott. Im Neuen Testament setzt sich das fort. Und im Neuen Testament kommen weitere Formen der mystischen Erfahrung dazu, speziell im Johannesevangelium und bei Paulus. Der Vortrag stellt die Charakteristika und die Unterschiedlichkeit alt- und neutestamentlicher Mystik dar.

Mit Sven Kosnick

 

Dienstag, 27.10.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche

Jüdische Mystik: Kabbala und Kontemplation

Ausgangspunkt aller mystischen Strömungen im Judentum ist die Tora, deren hebräische Sprachgestalt zur Meditation einlädt. Die Kontemplation bezieht sich auch auf das jüdische Ritual – praktische Gebote im Alltag, die mit spirituellem Inhalt gefüllt werden. Dazu ist ein reiches chassidisches Liedgut entstanden. Schließlich stellen kabbalistische Denker die Frage, warum Gott das Leid in dieser Welt zulässt und versuchen so, die Erfahrung der Abwesenheit Gottes zu bewältigen.

Mit Prof. Dr. Matthias Morgenstern

 

Dienstag, 10.11.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche

Szenen des Johannesevangeliums

Erzählungen wie die vom Nikodemus-Gespräch, von der Erweckung des Lazarus und von der Begegnung Maria Magdalenas mit Christus am offenen Grab stiften vielfältige Sinnbezüge. Immer wieder verbindet sich Alltäglich-Sichtbares mit einer anderen Wirklichkeit. Das Evangelium ist ein Werk, das eine Lektüre stimuliert, die das Entweder-Oder von Tatsächlichem und Fiktionalem durchbricht und spirituelle Neuwerdung vermittelt.

Mit Dr. Jörg Ewertowski

 

Dienstag, 24.11.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche 

Die Leibgebundenheit der Erkenntnis

Für weite Teile der Philosophiegeschichte spielte der Leib keine zentrale Rolle. Mit der Berücksichtigung der Angst rückte Kierkegaard jedoch die leibliche Befindlichkeit des Menschen in den Fokus. Heidegger und Sartre sind ihm darin gefolgt, dass sie dem Leib einen zentralen Ort für die menschliche Erkenntnis eingeräumt haben. Der These, dass jede Form von Erkenntnis leib-gebunden ist, möchten wir an diesem Abend nachgehen.

Mit Dr. Karl Hardecker

 

Dienstag, 08.12.2026, 18:30-20:00 Uhr, Hospitalkirche 

Dag Hammarskjöld: Ein Mystiker in der Weltpolitik

Der UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger starb 1961 bei einer Friedensmission in Afrika. Nur wenige wussten damals von seinen mystischen Erfahrungen und der intensiven Auseinandersetzung mit den Traditionen der Mystik. Sein spirituelles Tagebuch »Zeichen am Weg« hilft uns, dieser faszinierenden Seite des engagierten Weltpolitikers auf die Spur zu kommen.

Mit Siegfried Finkbeiner

 

Dienstag, 22.12.2026, 18:30-20:00 Uhr, Hospitalkirche 

»Untätigkeit« und mystische Inspiration 

Die arabische Sufimeisterin Rabia al-Adawiyya im Gespräch mit Teresa von Avila und Friedrich Nietzsche. Nicht in unserer Zeitrechnung, aber literarisch-bewegt gab es diese Begegnung dreier verwandter Seelen, denen sich das Lob der »Fähigkeit zum Lassen« existenziell ans Herz legte. Und nach wie vor ist allen kontemplativen Strömungen dieses Vermögen das Tor zum größten inneren Reichtum. Wer dort eintritt, wird ein Lauschender und Gott Schauender.

Mit Hella Kaupp

 

Dienstag, 12.01.2027, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche

Da wohnt ein Sehnen tief in uns …

Sehnsucht weist auf ein »Mehr« hin, sucht »Weite« und »Tiefe«. Sehnsucht will das Hier und Jetzt überschreiten, Grenzen überwinden. Und Hinweise finden auf Fragen nach dem Woher und Wohin, nach Sinn und Kontingenz, nach dem Geheimnis der Schöpfung und der Erlösung. Sehnsucht gleicht einer Spurensuche nach dem Transzendenten in und um uns Menschen.

Mit Joachim L. Beck

 

Dienstag, 26.01.2027, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche

Klänge aus der Tiefe der Stille

Arvo Pärt ist ein bedeutender estnischer Komponist und gehört zu den wichtigsten Schöpfern spiritueller Musik der Gegenwart. Er strebt in seiner fast ausschließlich religiös motivierten Musik nach einem Ideal der Einfachheit, die die spirituelle Botschaft unterstützt. »Ich habe entdeckt, dass es genügt, wenn ein einziger Ton schön gespielt wird.« Die Musik folgt dem Text – betont und verstärkt ihn – mit Demut und Bescheidenheit. Sie öffnet einen Raum der Transzendenz – berührt die Seele, das Herz.

Mit Regina Maria Frieß 


Meditationsangebote im Rahmen der Vita Contemplativa

Termine:

Sa. 13.06. – A. de Saint-Exupery/

Sa. 11.07. – Madeleine Delbrel

jeweils 10:00-14:00 Uhr, Hospitalhof, Büchsenstr. 33

»Man muss die Segel in den unendlichen Wind stellen, dann erst werden wir spüren, welcher Fahrt wir fähig sind.« Alfred Delp

In der Tradition christlicher Mystik ist Kontemplation eine besondere Form der Meditation. Sie kann in eine Ruhe leiten, die dadurch entsteht, dass sich das »Alltags-Ich« zurücknimmt und Raum schafft für achtsame Präsenz. Konkrete Schritte helfen dabei, Zerstreuung und Ablenkung hinter sich zu lassen und überraschend neue Perspektiven zu erfahren. Wird uns der Innenraum in unserer Seele bewusst, kann uns das Geheimnis göttlicher Gegenwart begegnen und bewegen.

Das Angebot ermöglicht mit kurzen Impulsen das Kennenlernen unterschiedlicher Übungen (Sitzen in der Stille, meditatives Gehen, Gebetsgesten, Gebet der Sammlung) und richtet sich an Interessierte und Vertiefung Suchende gleichermaßen. Ein leichter Imbiss wird in der Mittagspause gestellt.

 

Mit Hella Kaupp, geistliche Begleiterin und Kontemplationsbegleiterin (FSK)

Kostenbeitrag (nach Möglichkeit): 20,00 €

Anmeldung im Citykirchenbüro, E-Mail: [email protected], Tel. 0711 / 2068-317


Meditationsangebote im Rahmen der Vita Contemplativa


Termine: 

Sa 19.09.26: »In meinem Herzen nächtigt Unvergänglichkeit« (Rainer Maria Rilke)

Sa 14.11.26: »Die Quellen liegen stromabwärts« (Sr. C. Schröter)

Sa 12.12.26: »Dein schönstes Lichte – berühre mein Gesichte« (G. Tersteegen)

Sa 30.01.27: »In mir ist ein tiefer Brunnen« (Etty Hillesum)

jeweils 10:00-14:00 Uhr, Hospitalhof, Büchsenstr. 33

 

»Die Quellen liegen stromabwärts«

In der Tradition christlicher Mystik ist Kontemplation eine besondere Form der Meditation. Sie kann in eine Ruhe leiten, die dadurch entsteht, dass sich das »Alltags-Ich« zurücknimmt und dem inneren Raum Beachtung schenkt.

Um in Kontakt mit sich selbst und der göttlichen Gegenwart zu finden, sind Übungen hilfreich, die uns aus Zerstreuung und Ablenkung in die eigene Mitte leiten. Dort begegnen uns Quellen, die beleben und bewegen.

Das Angebot richtet sich an Erfahrene und Interessierte gleichermaßen, die Vertiefung oder Zugang zur Meditation suchen. Körper- und Atemübungen, achtsames Gehen, Gebetsgesten und das Gebet der Sammlung stimmen uns in Schweigen. Es besteht die Möglichkeit für Fragen, Klärungen und Austausch.

 

Mit Hella Kaupp, geistliche Begleiterin und Meditationsbegleiterin (Frankfurter Schule der Kontemplation)

Anmeldung im Citykirchenbüro, E-Mail: [email protected], Tel. 0711 / 2068-317
Kostenbeitrag (nach Möglichkeit): 20,00 €
Ein leichter Imbiss wird in der Mittagspause gestellt.