Das Christentum lebt aus einem jahrtausendealten, reichen Schatz spiritueller Erfahrungen. Die Reihe Vita Contemplativa lädt ein zu einer Begegnung mit bedeutenden Texten, Persönlichkeiten, Erfahrungswegen geistlichen Lebens aus Vergangenheit und Gegenwart.
Jeweils dienstags, 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr (wenn nicht anders angegeben).
MIT: Dr. Karlheinz Bartel, Siegfried Finkbeiner, Regina M. Frieß, Dr. Karin Grau, Dr. Karl Hardecker, Hella Kaupp, Dr. Katrin Köhl, Sven Kosnik, Gertraude Kühnle-Hahn, Dr. Armin Münch, Dr. Günter Renz
KOSTENBEITRAG: entfällt
Dienstag, 12.05.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche
»Mystik der offenen Augen« – Dorothee Sölle zwischen radikaler Diesseitigkeit und bejahter Gottesbeziehung
Die leidenschaftlich für einen tätigen Glauben kämpfende Theologin Dorothee Sölle war eine unangepasste, aber gegenüber allen spirituellen Gratwanderungen aufgeschlossene Frau. In einzigartiger Weise warb sie für einen geerdeten, rebellischen und befreienden Glauben, der niemals nihilistisch ist. Die dynamische Entwicklung ihrer Gottesbeziehung ist eine, die sie lieben, provozieren, sehnen, suchen und widerständig sein lässt. Zeitlebens spannt sie so ein großes Zelt zwischen inneren und äußeren Welten, die sich gerade im Miteinander vielgestaltig ausleben: in der vom Geheimnis Gottes berührten Seele, in Kirchenliedern, in politischen Diskussionen, in Poesie und Meditationen. An diesem Abend folgen wir ihren Fußspuren auf der mystischen Reise ihrer letzten Jahre.
Mit Hella Kaupp
Dienstag, 09.06.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche
I Ging – Buch der Wandlung
Das I Ging ist eine der bedeutendsten religiösen Schriften. Es beruht auf dem steten Wandel – Yin und Yang, Himmel und Erde, Licht und Schatten – und beschreibt ein dynamisches Gleichgewicht. Es dient als Wegweiser für Klarheit in irritierenden Lebenslagen und wird wegen seiner tiefen Weisheit geschätzt. Durch Richard Wilhelms Übersetzung wurde es zur Brücke zwischen China und dem Westen. C. G. Jung begeisterten die Parallelen zu seiner Synchronizitätstheorie. John Cage ließ sich inspirieren; sein Stück Music of Changes bezieht sich auf das I Ging und nutzt offene Notationen für Freiheit und Spontaneität.
Mit Prof. Justus Theinert / Siegfried Finkbeiner
Dienstag, 23.06.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche
Auf den Spuren der Maria Magdalena
Wer war Maria von Magdala? Als erste Zeugin der Auferstehung und wichtigste Jüngerin Jesu begegnet sie uns in den Evangelien. Ihre ganz besondere Nähe zu Jesus beschreiben apokryphe Texte. Im Laufe der Zeit wird die Frau aus Magdala abgewertet und mit anderen Frauengestalten zur reuigen »Sünderin« verschmolzen. Als sinnliche Schönheit wird sie in Malerei, Literatur und Film dargestellt. Was lässt sich hinter diesen Bildern von der ursprünglichen Gestalt der Maria Magdalena erkennen?
Mit Dr. Karin Grau
Dienstag, 07.07.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche
Carl Gustav Jung: »Gerufen oder nicht gerufen, Gott wird da sein«
Diese Überschrift wählte C.G Jung für sein Leben und sein Sterben. Das Sprichwort stammt aus dem antiken Delphi und drückt aus, dass Gott oder eine transzendente Kraft in allen Lebenslagen vorhanden ist. Als Arzt und wissenschaftlich Forschender sah er darin ein Geheimnis und eine Dynamik der menschlichen Seele – Meister Eckhart verhalf ihm zum Archetypen des Gottesbildes und der Vorstellung, dass Gott in der menschlichen Seele immer neu »geboren« wird – außerdem wollte er die göttliche Trinität durch Maria, die Mutter Jesu, erweitert haben.
Mit Siegfried Finkbeiner
Dienstag, 21.07.2026, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche
Kirchenraum und Spiritualität – Wahrnehmungen
Kirchenräume – welche Wirkungen entfalten sie? Was macht sie besonders? Welche Erfahrungen können sie eröffnen – auch spirituelle? Sind Kirchen »heilige« Orte? Es geht nicht nur um die theoretische Erörterung solcher Fragen. Konzentriertes Sehen und Übung im Erspüren lassen uns sensibel werden für die Schönheit und Faszination ihrer Gestaltung, erschließen das ganz Eigene ihrer Stimmung und Atmosphäre, führen zum Erleben unserer Präsenz.
Mit Reinhard Lambert Auer
Meditationsangebote im Rahmen der Vita Contemplativa
Termine:
Sa 24.01.2026
Sa. 28.03. – Martin Buber
Sa. 09.05. – Teresa von Avila
Sa. 13.06. – A. de Saint-Exupery/
Sa. 11.07. – Madeleine Delbrel
jeweils 10:00-14:00 Uhr, Hospitalhof, Büchsenstr. 33
»Man muss die Segel in den unendlichen Wind stellen, dann erst werden wir spüren, welcher Fahrt wir fähig sind.« Alfred Delp
In der Tradition christlicher Mystik ist Kontemplation eine besondere Form der Meditation. Sie kann in eine Ruhe leiten, die dadurch entsteht, dass sich das »Alltags-Ich« zurücknimmt und Raum schafft für achtsame Präsenz. Konkrete Schritte helfen dabei, Zerstreuung und Ablenkung hinter sich zu lassen und überraschend neue Perspektiven zu erfahren. Wird uns der Innenraum in unserer Seele bewusst, kann uns das Geheimnis göttlicher Gegenwart begegnen und bewegen.
Das Angebot ermöglicht mit kurzen Impulsen das Kennenlernen unterschiedlicher Übungen (Sitzen in der Stille, meditatives Gehen, Gebetsgesten, Gebet der Sammlung) und richtet sich an Interessierte und Vertiefung Suchende gleichermaßen. Ein leichter Imbiss wird in der Mittagspause gestellt.
Mit Hella Kaupp, geistliche Begleiterin und Kontemplationsbegleiterin (FSK), [email protected]
Kostenbeitrag (nach Möglichkeit): 20,00 €
Anmeldung im Citykirchenbüro, E-Mail: [email protected], Tel. 0711 / 2068-317