Vita Contemplativa

Kurzvortrag – Stillemeditation – Gespräch in der Hospitalkirche

Das Christentum lebt aus einem Jahrtausende alten, reichen Schatz spiritueller Erfahrungen.

Die Vita Contemplativa lädt ein zu einer Begegnung mit berühmten Texten, Meditationen und geistlichen Übungen. Kostenbeitrag entfällt.

Jeweils dienstags, 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr. Leitung: Dr. Katrin Köhl, Pfarrer Siegfried Finkbeiner, Thomas Moser, Pfarrer Dr. Armin Münch, Pfarrer Eberhard Schwarz

Dienstag, 08.06.2021, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33, Stuttgart

Der Bodensee als spirituelle Landschaft

Das »Schwäbische Meer« ist eine uralte Kulturlandschaft, wovon die Pfahlbauten in Unteruhldingen oder die romanischen Kirchen der Reichenau zeugen. Diese kleine mediterran anmutende Region im Süden Baden-Württembergs war der Wirkungsort des irischen Missionars Gallus, die Heimat des Mystikers Heinrich Seuse (1295-1366) und der letzte Wohnort des jüdischen Philosophen Fritz Mauthner (1849-1923), dem »Buddha vom Bodensee«. Im 20. Jahrhundert gab es einen Aufbruch alternativer künstlerischer Lebensformen, der aber ab den 1960er Jahren unter die Räder des Tourismus kam. Wir meditieren Gedanken von Bodensee-Bewohnern und -Besucher*innen wie Suso, Hölderlin, Hesse, Mauthner, Ziegler, Zender und Walser.

Mit Dr. Armin Münch

 

Dienstag, 22.06.21, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33, Stuttgart

Jan Skácel: Für alle die im Herzen barfuß sind

Jan Skácel (1922-1989) gehört zu den wichtigsten Stimmen der tschechischen Dichtung. Inmitten einer erschütterten Welt sind es Alltagsbeobachtungen, die die Tür in ein Anderes öffnen. Die großen existenziellen, geistlichen und politischen Themen des menschlichen Seins entfalten sich in einem feinen Spiel von Anwesenheit und Abwesenheit – vermittelt durch die Stille, den Rhythmus und den Klang einer in der Tiefe berührenden Sprache.

Mit Pfarrer Eberhard Schwarz

 

Dienstag, 13.07.21, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33, Stuttgart

Kontemplation bei Gregor dem Großen

Gregor der Große (um 540-604) gilt als einer der bedeutendsten Päpste. In ihm fand die antike Tradition der Kontemplation, die ihre Wurzeln in der griechischen Philosophie hat und im Christentum weiterentwickelt wurde, einen herausragenden Repräsentanten. In seinen Schriften befasste er sich oft mit diesem Thema.

Mit Thomas Moser

 

Dienstag, 14.09.2021, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Pseudo-Dionysius Areopagita

Noch heute gibt Pseudo-Dionysius Areopagita den Wissenschaftler*innen Rätsel auf. Diese Persönlichkeit des frühen 6. Jahrhunderts schuf den Ausdruck »mystische Theologie«, ist aber immer noch nicht identifiziert. Und obwohl Dionysius ein östlicher Mystiker war, hatte er großen Einfluss auf den lateinischen Westen. So wird er auch als der Kirchenvater der Mystik angesehen.

Mit Thomas Moser

 

Dienstag 28.09.2021, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Carl Albrecht: Psychologie des mystischen Bewusstseins
Carl Albrecht 1902-1965 setzte in seiner Arztpraxis meditativ-therapeutische Methoden ein und studierte dabei das "Versunkenheitsbewusstsein" seiner Patienten. Daraus entstand nach längerem Selbstversuch seine "Kritische Analyse der mystischen Erkenntnisstruktur". Damit versuchte er die Phänomene des mystischen Bewusstseins möglichst präzise zu beschreiben und nachvollziehbar zu machen, was nicht nur im christlichen, sondern auch im buddhistischen Kontext aufgenommen wurde.
Mit Siegfried Finkbeiner

 

Dienstag, 05.10.2021, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Birgitta von Schweden – Die Mütterlichkeit Gottes in der mittelalterlichen Marienmystik

Birgitta von Schweden (1303-1373), eine der bekanntesten Prophetinnen des Mittelalters und sehr umstrittene Heilige, entwickelte in ihren »Offenbarungen« ein Bild von Maria als zugleich menschlicher und göttlicher Mutter. In ihren Visionen werden Maria und Christus nicht nur auf eine Stufe gehoben, sondern verschmelzen nahezu zu einer Einheit. So ist der Grundstein gelegt für das Bild eines nicht nur väterlichen, sondern auch mütterlichen Gottes, das bis heute, nicht nur in der feministischen Theologie, eine bedeutende Rolle spielt.

Mit Dr. Kathrin Köhl

 

Dienstag, 19.10.2021, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Geistliche Dichtung der besonderen Art - Gerard Manley Hopkins
Ein genialer Sonderling, dieser englische Lyriker Hopkins (1844-1889). Er konvertierte von der anglikanischen zur katholischen Kirche, wurde Priester und Jesuit. Zu seinen Lebzeiten ist kein einziges seiner Gedichte publiziert worden. Aber sie sind sprachgewaltig und von tiefer Spiritualität. Sie rühmen Gott in der Schönheit der Natur und klagen über die Not des Menschen in seiner Tragik.

Mit Dr. Armin Münch

 

Dienstag, 16.11.2021, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Mumonkan - Das torlose Tor
Die Mystik aller Religionen stellt religiöse Konzepte in Frage. Um sie zu überwinden sind in diesem Buch Rätselsprüche (Koans) des Zen-Buddhismus gesammelt, die es zu verstehen und zu lösen gilt. Sie zeigen Paradoxien auf, die den Zustand der Zweitlosigkeit, der Abwesenheit aller Differenz in der religiösen Erfahrung, beschreiben.

Mit Siegfried Finkbeiner

 

Donnerstag(!), 02.12.2021, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Jean-Luc Nancy: Die Nächstenliebe als ein Raum des Innehaltens
Mit seiner "Dekonstruktion des Christentums" öffnet der in Straßburg lebende französische Religionsphilosoph Jean-Luc Nancy der christlichen Kirche und Theologie eine ungewöhnliche Form der Selbstbegegnung. Mit seinem Denken reiht er sich ein in die "Philosophien des Ereignisses". Die Existenz, so Nancy, sei wesentlich Erfahrung und nicht Wissen: Sie tue nichts anderes, als sich dem Unvorhersehbaren, dem Unerhörten ihres eigenen Ereignisses auszusetzen. Welche ethischen und geistlichen Konsequenzen daraus entstehen, lassen sich am Beispiel der Nächstenliebe zeigen. Sie führt uns an den Ort, an dem wir ganz da sind und uns doch ganz verlieren.

Mit Eberhard Schwarz

 

Donnerstag(!), 09.12.2021, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Christian Wagner: Ein Stück Ewigkeitsleben
Er gilt als Poet der Blumen, des Waldes und überhaupt der Natur, mit deren Geschöpfen er in dauerndem Wechselgespräch stand. Er war zugleich Grenzgänger des christlichen Glaubens mit Liebe zur asiatischen Spiritualität und fasste seine religiöse Überzeugung in einem eigenen Katechismus zusammen. Ein Visionär, heute aktueller denn je.

Mit Siegfried Finkbeiner

 

Dienstag, 11.01.2022, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Ana Blandiana: Kirchen haben keine Dächer sondern Flügel

Ana Blandiana gehört zu den starken, unabhängigen Stimmen der rumänischen Gegenwartsdichtung. Der Vater war Lehrer und orthodoxer Priester. Während der kommunistischen Diktatur erlebt sie Schreibverbote und Hausarrest. Schreiben ist ihr bis heute eine Form des Widerstands und zugleich eine Erschließung ihrer spirituellen Wurzeln.

MIT Eberhard Schwarz

 

Dienstag, 25.01.2022, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Der Victoriner Richard von St. Victor

Richard (um 1110 – 1173) gehört zu den bedeutendsten Gestalten der Mystik des 12. Jahrhunderts. Über sein Leben ist kaum etwas bekannt, außer dass er wohl aus Schottland stammte und als Subprior und Prior des Augustinerstifts St. Victor in Paris diente, einer der damals berühmtesten Schulen. Wie alle Victoriner strebte er eine Synthese von Mystik und der damals neuartigen Theologie namens Scholastik an.

Mit Thomas Moser