Vita Contemplativa

Kurzvortrag – Stillemeditation – Gespräch in der Hospitalkirche

Das Christentum lebt aus einem Jahrtausende alten, reichen Schatz spiritueller Erfahrungen.

Die Vita Contemplativa lädt ein zu einer Begegnung mit berühmten Texten, Meditationen und geistlichen Übungen. Kostenbeitrag entfällt.

Jeweils dienstags, 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr.Leitung: Pfarrer Siegfried Finkbeiner, Thomas Moser, Pfarrer Ital Schadewaldt, Pfarrer Eberhard Schwarz

Dienstag, 17.09.2019, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Nikolaus von Kues - vom Sehen Gottes

»Wie können wir Gott geistig sehen? Und was ist dafür leitender, Verstand oder Liebe?« Fragend wenden sich 1453 Mönche an den Kardinal, Mystiker und Universalgelehrten Nikolaus von Kues. Er antwortet ihnen mit seinem Buch »Vom Sehen Gottes«, in dem er anhand einer Ikone Mystik mit Rationalität verspricht und die Grenzen des Verstands auslotet.

Mit Emanuel Ruccius-Rathgeber. Eintritt frei

Dienstag, 08.10.2019, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Philipp Matthäus Hahn (1739 – 1790) – den schönsten Sternen Gottes gleich

Groß war er als Mechaniker, größer als Theologe. In erster Linie war er Seelsorger. Das mechanische ‚Spielwerk‘ diente ihm als Erholung, begründete aber seinen Ruhm als technisches Genie. Er verband die Mechanik der Naturwissenschaften mit seinem Glauben. Er war ein Mensch mit zwei Berufungen. Für spirituelle Menschen ist es gut, auf ihn zu hören.

Mit Ital Schadewaldt. Eintritt frei

Dienstag, 22.10.2019, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

William Blake (1757-1827): »Es gibt Dinge, die man sieht, und es gibt Dinge, die man nicht sieht. Dazwischen gibt es Türen.«

Blake, der Dichter, Zeichner, Maler und Kupferstecher zählt gleichermaßen zu den herausragenden Persönlichkeiten der englischsprachigen Literatur wie der Malerei. Seine Zeitgenossen hielten ihn für einen exzentrischen Mystiker und Außenseiter. Mit seinem visionären Christentum inspiriert er die Mystik, den Film, die Rockmusik und die Literatur bis in die Gegenwart.

Mit Eberhard Schwarz. Eintritt frei

Dienstag, 05.11.2019, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Die Lehrtafel der Prinzessin Antonia in Bad Teinach

In Stuttgart entstanden, hat die Lehrtafel kabbalistische und christliche Elemente zu einer spirituellen Weltsicht mit einem mystischen Initiationsweg zusammenführt. Ihre geheimnisvolle Symbolkunst bietet eine Fülle von Anknüpfungspunkten auf diese kaum bekannte Seite der Frömmigkeit in Württemberg.

Mit Siegfried Finkbeiner. Eintritt frei

Dienstag, 19.11.2019, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Caspar David Friedrich - das Unsichtbare darstellen

C. D. Friedrich (1774-1840) hat als Maler der Romantik, ähnlich wie die zeitgenössischen idealistischen Philosophen, das Subjekt in den Mittelpunkt gestellt. Zudem war er von der Lutherischen Kreuzes-Theologie inspiriert. Wie er mit malerischen Mitteln das religiöse Motiv der Entzogenheit Gottes darstellen konnte, wollen wir anhand des »Tetschener Altars« meditieren.

Mit Dr. Armin Münch. Eintritt frei

Dienstag, 03.12.2019, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Jacques Ellul (1912–1994) - Die Offenbarung des Johannes als Enthüllung der Wirklichkeit

Ellul zählt zu unkonventionellsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. »Global denken, lokal handeln« ist zeitlebens seine Maxime. Nach einem Bekehrungserlebnis um 1930 widmet sich der Politikwissenschaftler, Widerstandskämpfer, Landwirt, Sozial- und Rechtshistoriker mehrmals dem letzten Buch der Bibel. Die Visionen der Johannesoffenbarung zeigen ihm ein bis heute aktuelles Bild der religiösen, politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Krise des Menschen und öffnen zugleich den Blick für die Gegenwart Gottes in der Stille.

Mit Eberhard Schwarz. Eintritt frei

Dienstag, 17.12.2019, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Jeanne Marie Guyon - kurzer und sehr leichter Weg zum inneren Gebet

Selbst kaum bekannt, hatten die Schriften von Madame Guyon einen enormen Einfluss auf die Entwicklung geistiger Literatur im 18. Jahrhundert. In ihrer zeitlosen Klarheit geben sie bis heute Impulse für die eigene spirituelle Praxis.

Mit Siegfried Finkbeiner. Eintritt frei

Dienstag, 14.01.2020, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Philo von Alexandria und die Anfänge christlicher Kontemplation

Der jüdische Religionsphilosoph Philo von Alexandria (ca. 20 v. Chr. bis ca. 50 n. Chr.) hat maßgeblich die ersten Denker des Christentums beeinflusst, auf jüdischer Seite jedoch keine Resonanz gefunden. Seine Mystik basiert auf der Synthese von biblischem Glauben und hellenistischem Denken. Das kontemplative Leben entsteht dabei durch eine besondere Verbindung von Askese und Gotterleben.

Mit Thomas Moser. Eintritt frei

Dienstag, 28.01.2020, 18:00-19:30 Uhr, Hospitalkirche, Büchsenstr. 33

Friedrich Christoph Oetinger (1702 – 1782) – Glaube und Erkennen

Oetinger entwickelte die Zentralschau, die Gott und Welt verbindet. Die Leiblichkeit ist das Ende der Werke Gottes. Er gründete eine ‚heilige Philosophie‘ (philosophia sacra), in der alle Ideen – auch der Naturwissenschaften – eingewurzelt sind. Wie jedem Pietisten ist auch ihm das biblische Wort Richtschur. Er wollte die Bibel in der Tiefe ausloten. Gott dienen ist Freiheit. Dies ist heute aktuell.

Mit Ital Schadewaldt. Eintritt frei